Als das Morden begann ...

Mainzer Dom: Auch Mainz war Station auf dem ersten Kreuzzug


Der offizielle Beginn des ersten Kreuzzuges ist der 28. November 1095. An diesem Tag ruft Papst Urban II. die westeuropäischen Staaten zu einem Zug gegen die Ungläubigen auf.

Der Kreuzzug ist von Urban II. am letzten Tag eines Synode in der französischen Stadt Clermont (heute Clermont-Ferrand) ausgerufen worden. Bei diesem Synode zu dem Äbte, Bischöfe und Kardinäle aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien angereist sind, befindet sich auch eine Delegation des oströmischen Kaisers Alexios I. Komnenos. Diese Delegation berichtet vor den versammelten Klerikern, wie die christliche Bevölkerung von Jerusalem unter der Herrschaft der Araber zu leiden habe. Diese Darstellungen müssen im Nachhinein als Falschinformation abgetan werden. Tatsächlich haben die Araber in Jerusalem liberal regiert.

Das schon vor den Berichten der Byzantiner, die sich Schutz durch den Westen vor den immer stärker werdenden Seldschuken erhofft haben, auf der Synode der erste Kreuzzug von Urban II. beschlossen gewesen ist, kann man daran erkennen, das bereits vor der Synode verkündet worden ist, Urban II. werden eine bedeutende Ankündigung machen. Durch den großen Zulauf der Bevölkerung ist die Ankündigung auch nicht im der Bischofskirche sondern vor dem Osttor gemacht worden.

Mit der Aufforderung Urbans II. die heiligen Städten von den Arabern zu befreien, entsteht ein Freiwilligen Heer. Von dem Versprechen Urbans II., jeder, der an dem Kreuzzug teilnimmt, erhält Ablass für seine Sünden, gelockt zieht das Heer in Richtig Südost. Bauern verlassen ihr Feld, Händler ihre Stände und Läden und selbst Gesetzesbrecher schließen sich dem Zug an. Der Anführer des Zuges ist Peter der Einsiedler auch als Peter von Amiens bekannt. Dieses Heer zieht über den Osten von Frankreich in das Deutsche Reich hinein. In Köln macht der Zug halt. Im Gefolge von Peter von Amiens befinden sich etwa 19.000 Mann.

Von Köln aus zieht der Tross weiter über Mainz und Worms. Die weiteren Stationen sind Sopron, Belgrad, Nis und Sofia bevor die Armee in Konstantinopel eintrifft.

Jerusalem: Der Tempelberg und Jerusalem das Zeil des ersten Kreuzzuges

Alexios I. Komnenos sieht durch den Aufmarsch des aus seiner Sicht führerlosen Heeres Konstantinopel bedroht. Er sorgt dafür, das das Bauernheer schnell auf die Ostseite des Bosporus übersetzt. Auf der anderen Seite angekommen, versuchen die übereifrigen in Kriegsdingen unerfahrenen Volkskreuzzugteilnehmer die Seldschuken zu überfallen. Die Armee von Peter dem Einsiedler wird, während er in Konstantinopel versucht Nachschub zu organisieren, von den Seldschuken aufgerieben. Kaum einer der Europäer überlebt als freier Mann.

Dieser Zug nach Konstantinopel trägt viele Namen, wie Bettelkreuzzug, Volkskreuzzug, Bauernkreuzzug oder Armenkreuzzug. Er gilt als Vorläufer des ersten Kreuzzuges.

1096 hat der eigentliche erste Kreuzzug angefangen. Sechs Kommandanten führen ihre Heere nach Konstantinopel, wo sich alle Kreuzzugheere bis April 1097 n. Chr. vereint haben. Die Heerführer sind Hugo von Vermandois, Gottfried von Bouillon, Bohemund von Tarent, Raimund IV. von Toulouse und Saint Gilles, Robert von der Normandie (Robert Curthose) und Balduin von Boulogne.

Balduin von Boulogne ist der ältere Bruder von Gottfried von Bouillon. Gottfried ist der Herzog von Bouillon, einem kleinen Ort in der wallonischen Provinz Luxemburg im heutigen Belgien. Bouillon ist ein Teil der Grafschaft Boulogne gewesen.

Die beiden Brüder sind zusammen mit Robert von Flandern gezogen. Sie haben ihr Heer in Utrecht, Boulogne und Bouillon rekrutiert. Vor Mainz haben sich die Heere vereinigt. Sie zogen über Mainz, Straßburg, Regensburg, Wien, Belgrad, Nis, Sofia, Adrianopel (dem heutigen Edirne) nach Konstantinopel.

Bohemund von Tarent hat seine Streitmacht auf Sizilien und Kalabrien unter den Normanen herangezogen. Bohemund segelt über die Adria. Er folgt der antiken Via Egnatia über Thessaloniki nach Konstantinopel. Sein Heer erreicht Konstantinopel als letztes der Kreuzfahrerheere im April 1097. Bohemund von Tarent kennt die Strecke bereits. Er hat sie auf dem Eroberungszug seines Vaters Robert Guiskard gegen Alexios I. Komnenos schon einmal zurückgelegt.

Robert von der Normandie hat seine Armee in Gent, Rouen und Blois zusammengestellt. In Pontarlier hat die Vereinigung stattgefunden. Die Armee ist über Pisa, Rom und Monte Casino gezogen. Die Armee setzt über die Adria und erreicht den Balkan in Dyrrhachion, dem ehemaligen Epidamnos und heutigen Durres in Albanien.

Hugo von Vermandois zieht von Paris aus mit seiner Truppe über Clermont und Genua über die Adria nach Dyrrhachion.

Raimund IV. Von Toulouse und Saint Gilles zieht seine Krieger aus Bordeaux, Toulouse und Saint Gilles zusammen. In Le Puy sammeln sich die Krieger und ziehen über Mailand, Aquileia (Agley, Provinz Udine in Italien) und Ragusa, dem heutigen Dubrovnik in Kroatien, nach Dyrrhachion.

Weisser Turm: An der antiken Via Egnatia liegt Thessaloniki

Von Dyrrhachion ziehen die Kreuzfahrer über Thessaloniki auf der antiken Via Egnatia nach Konstantinopel.

Alexios I. Komnenos, der die Hilfe des Papstes erbeten hat, traut den Kreuzfahrern nicht. Besonders Bohemund von Tarent weckt seinen Argwohn, da dieser bereits gegen sein Reich einen Krieg geführt hat.

Alexios I. Komnenos fürchtet um seine Macht und um die Gebiete, welche in seinem Namen für das byzantinische Reich erobert werden sollen. Er veranlasst die Führer der Kreuzritter ihm den Lehnseid zu schwören. Mit dem Lehnseid haben sich die Führer der Kreuzritter dem oströmischen Kaiser untergeordnet. Das mit dem Lehnseid einhergehende Schutzversprechen des Lehnsherrn gegenüber seinen Vasallen ist in dieser Situation als Pharse zu sehen, da Alexios I. Komnenos nicht einmal sein eigen Reich schützen kann.

Das Kreuzfahrerheer wird über den Bosporus verschifft. Die Kreuzritter geraten rasch in kriegerische Auseinandersetzungen mit den Seldschuken. Die Haupstadt des seldschukischen Sultanats Rum wird nach einmonatiger Belagerung von den Kreuzrittern erobert.

In der antiken Landschaft Kilikien trennt sich das Herr. Balduin von Boulogne bricht als erster den Lehnseid gegenüber Alexios I. Komnenos. Er kämpft sich in Richtigung Osten gegen die Seldschuken vor und bringt den Kuropalates (byzantinischer Militärischer Titel) Theodoros von Edessa dazu ihn zu adoptieren und ihn als Erben einzusetzen. Kurze Zeit später stirbt Theodoros bei einem Mordanschlag. Eine Beteiligung Balduins wird nicht ausgeschlossen.

Das restliche Kreuzfahrerheer ist weiter nach Süden in Richtung Antiochia gezogen. Gottfried von Bouillon, Bohemund von Tarent und Raimund IV. Sind die Oberbefehlshaber der Streitmacht.

Die Strategen der Kreuzritter beschließen Antiochia zu belagern. Nicht nur die eingeschlossenen Seldschuken in Antiochia haben Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung, auch bei den Kreuzrittern ist die Nahrung knapp. Der Geschichtsschreiber Raoul von Caen berichtet, das die Kreuzritter die Erwachsenen Heiden in Kesseln gekocht haben, Kinder sind an Spießen gegrillt worden. Noch heute heißen die Franken im arabischen Menschenfresser.

Die Belagerung von Antiochia dauert etwas mehr als sieben Monate. Die Stadt fällt durch Verrat. Keiner aus der seldschukischen Bevölkerung überlebt das Massaker der Kreuzritter.

Die Freude auf Seiten der Kreuzritter dauert nicht lange an. Fünf Tage nach der Eroberung von Antiochia, werden die Kreuzritter selbst belagert. Drei Wochen dauert die Belagerung.

Die heilige Lanze: Links unten ist die heilige Lanze zu sehen, welche zu den Reichsinsignien des HRR gehört

Während dieser Belagerung hat zunächst ein Bauer und später ein Priester eine Vision von der heiligen Lanze. Die Heilige Lanze soll die Lanze sein, mit der Tod von Jesus Christus geprüft worden ist. Sie ist also mit dem Blut von Jesus Christus getränkt. Die Heilige Lanze wird später Teil der Herrschaftsinsignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und ist heute, wie der Rest der Reichskleinodien in der Schatzkammer der Wiener Hofburg zu sehen.

Bohemund ließ nach der Vision der beiden die Lanze ausgraben. Der Fund baut die demoralisierten Kreuzritter wieder auf. Da es in der Zeit zu Unstimmigkeiten sogar Gefechten innerhalb des Seldschukenheeres, können die Kreuzritter die Stadt ohne Kampf halten. Bohemund von Tarent bricht den Lehnseid gegenüber Alexios I. Komnenos und gründet das Fürstentum von Antiochia und erklärt sich zu seinem Fürsten. Das Fürstentum von Antiochia ist der zweite der Kreuzfahrerstaaten.

Im neuen Jahr 1099 sind Robert von Flandern, Raimund IV., Hugo von Vermandois und Gottfried von Bouillon nach Süden gezogen. Bohemund hat es vorgezogen seine neue Besitzung zu festigen.

Am 06. Juni sendet Gottfried von Bouillon seien Gefolgsleute Tankred und Gaston aus Betlehem zu erobern. Noch am selben Tag ist die Geburtskirche im Besitz der Kreuzritter.

Jerusalem wird am 07. Juni 1099 erreicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten Wasser, Nahrung und Holz für den Bau von Belagerungsmaschinen zu finden, endet die Belagerung von Jerusalem sechs Wochen später. Jerusalem wird am 15. Juli 1099 von den Kreuzfahrer erobert. Die Kreuzritter richten unter der in der Stadt verbliebenen Bevölkerung ein Massaker an. Sie metzeln Moslems, Juden und choptische und syrische Christen nieder.

Die Kreuzfahrer richten das Königreich Jerusalem ein. Gottfried von Bouillon wird die Königskrone angetragen. Dieser lehnt aus Respekt vor der Geschichte der Stadt und der Leiden Jesu Christi in der Stadt ab. Er nimmt den Titel Schützer des Heiligen Grabes (Advocatus Sancti Sepulchri) an. Gottfried stirbt bereits 1100. Sein Bruder Balduin von Bologne und Edessa eilt in die heilige Stadt und wird zum Nachfolger seines Bruders. Balduin hat keine Gewissensbisse sich zum König von Jerusalem krönen zu lassen.

Balduin von Bourcq, in Vetter von Balduin von Bologne und Gottfried von Bouillon, folgt Balduin von Bologne als Graf von Edessa nach.

Der vierte und letzte Kreuzfahrerstaaten wird von Raimund IV. an der Küste des heutigen Syriens gegründet. Es handelt sich um die Grafschaft Tripolis.

Mit der Eroberung von Jerusalem und der Errichtung des Königreiches Jerusalem endet der erste Kreuzzug.