Königreich der Himmel ...

Königreich Jerusalem: Der Templerberg in Jerusalem bei Nacht


Während des ersten Kreuzzuges ist Jerusalem 1099 von den Kreuzrittern erobert worden. Gottfried von Bouillon ist das erste Staatsoberhaupt des Königreichs Jerusalem. Er lehnt den ihm angetragen Titel des Königs von Jerusalem mit dem Verweis auf die Leiden Christi in der Stadt ab. Er ernennt sich zum Schützer des Heiligen Grabes.

Die Regentschaft über das Königreich Jerusalem, welches sich sich nicht nur auf das Stadtgebiet von Jerusalem beschränkt, hat Gottfried von Bouillon nicht lange inne. Er stirbt bereits 1100.

Auf Gottfrid von Bouillon folgt sein ältere Bruder, welcher bis dahin Graf von Boulogne und Edessa gewesen ist. Balduin von Boulogne wird 1100 zum König von Jerusalem gekrönt. Er nennt sich ab diesem Moment Balduin I. von Jerusalem.

Balduin I. weitet seinen Machtbereich auf Akkon, Beirut und Sidon aus. Auch die drei nördlichen Kreuzfahrerstaaten, die Grafschaft Edessa, die Grafschaft Tripolis und das Fürstentum Antiochia, gelangen in seinen Einflussbereich.

Bei der Erstürmung von Jerusalem haben die Kreuzritter unter der Bevölkerung der Stadt ein Massaker angerichtet. Alle muslimischen, jüdischen und syrisch und choptischen Christen sind umgebracht worden. Bis heute ist dies ein Trauma in der kollektiven Erinnerung der Moslems.

Balduin I. ist sehr schnell auf eine Integration aller Bevölkerungsteile aus. Ihm ist klar, gegen all zu viel Widerstand lässt sich die Stadt nicht halten.

Zum dank für ihre Hilfe bei der Eroberung von Küstenstädten und Gebieten erhalten die Seefahrerstädte Venedig, Pisa und Genua das Recht Handelsposten an der Küste der so genannten Levante zu Gründen. Das Gebiet der Levante umfasst den direkten Einzugsbereich der Kreuzfahrerstaaten.

Auf Balduin I. folgt Balduin der II. Balduin II. hat für Balduin I. bereits in Edessa die Nachfolge angetreten. Die größte Leistung Balduin II. ist die Eroberung von Tyros.

Die Nachfolge von Balduin II. tritt 1131 Fulko von Anjoul an. Fulko von Anjoul ist mit der Tocher Balduins II. verheiratet und einer der größten finanziellen Unterstützer der Templer.

Im Osten wächst mit dem Atabey (seldschukischer Adelstitel) Zengi eine neue Bedrohung für das Königreich Jerusalem heran. Atabey Zengi erobert Mosul und Aleppo und bedroht nun auch die Grafschaft Edessa.

Am 24. Dezember 1144 erobert Atabey Zengi Edessa. Dies ist das faktische Ende der Grafschaft Edessa. Zwar besitzt der Graf Joscelin II. noch einige Besitztümer westlich von Edessa, diese sind jedoch nicht selbstständig Lebensfähig. Der Fall von Edessa löst in Europa den zweiten Kreuzzug aus. Dieser findet zwischen 1147 bis 1149 statt.

Balduin III. folgt seinem Vater Fulko von Anjoul. Er schafft es Askalon von den Fatimiden zu erobern. Dies ist aber nicht mehr als ein letztes Aufbäumen des immer kleiner werdenden Territoriums. Balduin III. stirbt mit nur 32 Jahren.

Auf Balduin III. folgt sein Bruder Amalrich I. Dieser muss sich auch gegen die Angriffe von Nur ad-Din und seines Oberbefehlshabers Saladin wehren.

Almarich I. ist 1174 in Jerusalem gestorben. Sein Sohn Balduin IV. tritt seine Nachfolge an. Bereits 1183 stirbt Balduin IV. Einer seiner Neffen folgt als Balduin V. Balduin v. Chr. ist erst neun Jahre alt, als er König von Jerusalem wird. Nach seinem plötzlichen Tod noch im selben Jahr, wird seine Mutter Sibylle Königin von Jerusalem. Ihr zur Seite steht Ihr Prinzgemahl Guido von Lusignan. Faktisch ist er der Machthaber in Jerusalem.

In dieser Zeit zieht Saladin durch das Königreich Jerusalem und erobert eine Stadt nach der anderen. Jerusalem wird von Saladin 1187 genommen.

Akkon: Innenhof der Kreuzfahrerburg in Akkon

Die Eroberung von Jerusalem führt in Europa zum dritten Kreuzzug. Der englische König Richard Löwenherz erobert Akko für das Königreich Jerusalem zurück. Richard installierte an Stelle von Guido Lusignan seinen Protege Konrad von Montferrat, der sich Verdienste bei der Verteidigung Tyros errungen hat. Konrad wird nur ein Jahr später von Assassinen erstochen. Auf Konrad folgt Heinrich II. von Champagne.

Im Jahr 1204 wird bei einem Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems Konstantinopel erobert und geplündert. Ein Schlag von dem sich das schwächelnde byzantinische Reich nicht erholen wird.

Im Frieden von Jaffa gelingt es Friedrich II., dem deutschen Kaiser, welcher Ansprüche auf den Thron von Jerusalem erhoben hat, durch seine Heirat mit der legitimen Erbin, mit den Ayyubiden eine Übergabe Jerusalems auszuhandeln. Bereits fünfzehn Jahre später erobern die Ayyubiden die Stadt erneut. Die erneute Eroberung von Jerusalem ist der Auslöser des siebten Kreuzzuges. Im siebten Kreuzzug wird nichts gewonnen. Die Ayyubiden, welche die christliche Bevölkerung human behandelt hat, muss sich den fanatischen Mameluken beugen.

Immer mehr von dem ohnehin nur noch kleinen Königreich Jerusalem geht an die Mameluken. Als letzte Festung im heiligen Land fällt Akkon 1291.

Der Fall von Akkon und das damit besiegelte Ende des Königreichs Jerusalem hat die Abkömmlinge der ehemaligen Herrscher von Jerusalem nicht daran gehindert, den Titel König von Jerusalem im Namen zu tragen. Im Moment erheben fünf Erblinien einen Anspruch darauf die Könige von Jerusalem zu sein.