... und hart!

Zypern: Gotische Kathedrale (mit jüngerem Minarett) aus der Zeit der Templer


Die Templer sitzen seit dem Verlust von Akkon 1191 auf Zypern fest. Um ihren Machtbereich auszuweiten und näher an den Zentren der Macht zu sein, besiedeln die Templer, schon als sich das Ende der Macht im heiligen Land abzeichnet, Teile von London und Paris.

Die Templer werden nach der Vertreibung aus Akkon maßgebend von Edward II. von England unterstützt, der sich jedoch im Streit mit dem jungen Philipp IV. von Frankreich befindet. Die Templer sind die Verwalter der französischen Finanzen. Die Templer verweigern dem französischen König Philipp IV., auch als Philipp der Schöne bekannt, ein Darlehen um gegen Edward I. Krieg zu führen.

Philipp IV. bedrängt den Pro Templer eingestellten Papst Bonifazius VIII. den Templerorden aufzulösen. In seiner päpstlichen Bull von 1302 macht Bonifazius VIII. aber genau das Gegenteil, er bestätigt die alten Rechte des Ordens. Philipp IV. setzt Bonifazius VIII. daraufhin in der Stadt Anagni fest. Der Papst exkommuniziert darauf hin den französischen König. Nur neun Monate später stirbt Papst Bonifazius VIII. und sein Nachfolger wird ein Jugendfreund Philipp IV. Der neue Papst Benedikt XI. hebt die Exkommunizierung Philipp IV. auf. Benedikt XI. stirbt bereits ein Jahr später 1304. Sein Nachfolger Clemens V. beruft einige neue französische Kardinäle und verlegt seinen Papstsitz von Anagni nach Avignon.

Jacques de Molay der Großkomtur der Templer reist durch Europa und versucht zu verhindern, das den Templern ihre Privilegien gestrichen werden. Auf seiner Reise kommt er auch mehrmals durch Paris. Am Freitag den 13. Oktober 1307 befindet Jacques de Molay auch in Paris. Es ist der Tag, an dem Philipp IV. die Templer verhaften lässt und die Besitzungen des Ordens der eigenen Kasse zuführt.

Jacques de Molay und seine Templer werden von Philipp IV. Schergen verhaftet und gefoltert. Den Tempelrittern wird Ketzerei, das Spucken und Urinieren auf das Kreuz, homosexuelle Handlungen und Sodomie vorgeworfen. Des weiteren wird den Templern vorgeworfen den Götzendämon Baphomet anzubeten. Unter der Folter gesteht selbst Jacques de Molay, wiederruft jedoch später.

Von Papst Clemens V. hat Philipp IV. keinen Auftrag dazu gegeben. Obwohl der Orden der Templer direkt dem Papst und keiner weltlichen Macht untersteht, unternimmt Papst Clemens auch nicht viel, um die Templer zu schützen. Er sendet zwei Kardinäle, welche die Templer selbst verhören sollen. Vor diesen Kardinälen wiederruft Jacques de Molay sein Geständnis und verteidigt seinen Templerorden. Dies nützt jedoch nicht mehr.

Dem einfachen Volk in Frankreich ist nicht klar, das die Geständnisse der Templer unter der Folter erpresst worden sind. Auch sorgt die Propagandamaschinerie Philipp IV., der bei seinen Untertanen sehr beliebt ist, dafür, das die öffentliche Meinung sich gegen die Templer stellt.

Gelnhausen: Deutschherren Ordenshaus (zweites Haus von links) und alte Templerkomtur (vorne rechts). Templer - Die Konkurrenz direkt vor der Haustür

Unter dem Druck Philipp IV. und dem Druck der Straße trift Papst Clemens V. eine Entscheidung. Den Druck der Straße erlebt Papst Clemens V. unmittelbar, da er in Avignon residiert. Am 22. November 1307 erlässt der Papst die Bull „Pastoralis Praeminentiae“ in der die Herrscher in Europa dazu aufgerufen werden, die Templer zu inhaftieren. Den Herrschern in Deutschland, dem heutigen Italien und Zypern ist diese Bull nicht ungelegen gekommen, da ihnen die Templer aus finanziellen Gründen und oder aus machtpolitischen Gründen ein Dorn im Auge sind.

Andere Herrscher, wie zum Beispiel der portugiesische König Dionysius I., der englische König Edward II., der schottische König Robert I. (the Bruce/de Brus), der König von Kastilien Ferdinand IV. und später auch der König von Aragon Jakob II. reagierten entweder gar nicht oder nur halbherzig auf die Bulle.

Von Ende 1311 bis Anfang 1312 findet in Vienne, einer französischen Stadt 25 km südlich von Lyon, ein Konzil statt. Während des Konzils wird befunden, das die Templer der Gotteslästerung und der anderen ihnen vorgeworfenen Vergehen schuldig sind, dies sei so bewiesen. Der Templerorden wird am 22. März 1312 auf dem Konzil aufgelöst. Papst Clemens V. erlässt die Bulle „Vox in excelso“, in der alle Besitztümer der Templer auf den Orden der Johanniter übergeht.

Am 18. März 1314 wird der letzte Großkomtur der Tempelritter, Jacques de Molay verbrannt. An den Ort seines Scheiterhaufens, an der bekannten Brücke Pont Neuf, erinnert heute eine Gedenkplakette.