Eine Supermacht entsteht ...

Die Al Aqsa Moschee: Auf dem Tempelgelände liegt heute die Al Aqsa Moschee. Sie ist nicht identisch dem dem Feldendom, wird aber häufig mit diesem verwechselt.


Im Jahr 1099 n. Chr. wird die Stadt Jerusalem von den Kreuzrittern erobert. Das erste christliche Oberhaupt der Stadt ist Gottfried von Bouillon. Er lehnt die Königskrone von Jerusalem mit dem Hinweis auf die Leiden Christi in der Stadt ab. Gottfried von Bouillon nennt sich selbst Schützer des Heiligen Grabes. Bereits 1100 n. Chr. stirbt Gottfried von Bouillon und sein älterer Bruder Balduin von Boulogne, der bis zu diesem Zeitpunkt der Graf von Edessa gewesen ist, beerbt ihn als Oberhaupt Jerusalems. Balduin von Boulogne lässt sich im Gegensatz zu seinem Bruder zum König von Jerusalem krönen. Balduin Graf von Boulogne und Edessa geht als Balduin I. als erster christlicher König von Jerusalem in de Geschichte ein.

Balduin I. regiert, wie es bereits sein Bruder getan hat, auf dem Tempelberg in der Al Aqsa Moschee. Bis in die Mitte der 1110er Jahre ist dies der Palast des Königs von Jerusalem.

Balduin I. stirbt 1118 und sein Cousin Balduin II. folgt ihm, wie bereits als Graf von Edessa nach. Balduin II. lässt sich einen neuen Palast in der Nähe des Davidturms erbauen. Wahrscheinlich im Jahr 1119 erscheinen Hugo von Payens, Gottfried von Saint-Omer, Andreas von Montbard, Gudfried, Gottfried Bisol, Gundomar, Payen von Montdidier und Archibald von Saint Amand bei Balduin II. Hugo von Payens hat mit den ihn begleitenden Rittern einen Orden gegründet, der es sich um Ziel gemacht hat die Pilger aus Europa auf ihrem Weg nach Jerusalem und der heiligen Städten zu beschützen. Hugo von Payens nennt den Orden Arme Ritter Christi.

Ein solcher Schutz ist nötig geworden, da seit der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter eine Regelrechte Pilgerwelle über die Heilligen Stätten geschwappt ist. Sowohl auf dem Landweg als auch auf dem Seeweg sind die Pilger eingetroffen.

Der Landweg ist der längere und gefährlichere Weg von Europa aus. Durch das byzantinische Reich, welches durch den Bruch des Lehnseides der Führer des ersten Kreuzzuges kein Verbündeter ist und durch die christlichen Fürstentümer und Grafschaften im Nahen Osten, deren Straßen häufig von Verbrechern bedroht sind.

Der Zweite Weg ist der Seeweg von den italienischen Städten Venedig, Florenz, Pisa, Genua oder Anderen aus. In diesem Fall erreichen die Pilger das Heillige Land am Hafen von Jaffa. Der weitere Landweg ist zwar „nur“ 60 km lang, was in der damaligen Zeit mehr als ein Tagesmarsch ist. Diese Strecke ist von den Pilgern sehr häufig frequentiert, was aber auch Räuberbanden anzieht, die auf genügend Beute vertrauen können. Der Schutzbedarf der Pilger ist in jener Zeit erheblich.

Hugo von Payens stellt Balduin II. ein neues Konzept eines christlichen Ordens vor. Der Orden ist keine rein klerische Institution, welche betet und eventuell auch die Politik beeinflusst. Das Konzept des Hugo von Payens ist eine Streitmacht Gottes. Christlich geprägte Kämpfer gegen die Ungläubigen. Balduin II. und der Lateinische Patriarch von Jerusalem Garmond von Picquigny sind von der Idee Hugo von Payens begeistert.

Balduin II. stellt dem neu gegründeten Orden die Räumlichkeiten seines alten Palastes auf dem Tempelberg zur Verfügung. Der Orden der Armen Ritter Christi richtet sich in der heutigen Al Aqsa Moschee ein. Die Al Aqsa Moschee ist die christliche Kirche St. Maria, welche in eine Moschee umfunktioniert wurde. Laut der Überlieferung ist der Tempelberg der Standort der ersten beiden jüdischen Tempel und der Ort des Grabes Abrahams. Der Tempelberg wird von den Moslems als der Ort verehrt an dem der Prophet Mohamed in den Himmel gefahren ist.