... fällt tief ...

Tiberias: Christliche Kirche aus der Zeit der Templer in Tiberias am See Genezareth


Der Niedergang ist schleichend. Der erste Fleck auf dem weißen Habit der Templer ist die Schlacht von Hattin.

1187 überfällt der Burgherr von Kerak de Moab Graf Rainald von Chatillon Karawanen, die zwischen dem heutigen Saudiarabien und Damaskus unterwegs sind. Saladin sieht sich als Beschützer der arabischen Reisenden und verlangt von Guido von Jerusalem das Rainald von Chatillon an ihn ausgeliefert wird. Guido von Jerusalem lehnt dies ab, worauf hin Saladin Tiberias belagert.

Entgegen dem Rat Raimund III. von Tripolis ist Guido von Jerusalem nach Tiberias gezogen. Massiven Einfluss auf diese Entscheidung hat der Großmeister der Templer Gerard de Ridefort genommen. Die Schlacht an den Hörnern von Hattin ist für die Armee Guidos und die Templer zu einem Fiasko geworden. Von den etwa 14.000 Mann in Reihen der Kreuzritter überlebten etwa 20.

Die falsche Beratung Gerard de Rideforts kostete die Templer nicht nur eine Menge politisches und öffentliches Ansehen. Saladin hat seinen Feldzug gegen das Königreich Jerusalem weiter geführt und erobert große Teile der Kreuzfahrerstaaten. Am 02. Oktober 1187 erobert Saladin Jerusalem und besiegelt so das Ende des Königreichs Jerusalem. Mit dem Königreich Jerusalem verlieren die Templer auch viele Ihrer Besitzungen.

Gerard de Rideforts hat sich in den Augen der Öffentlichkeit und seiner eigenen Templer durch einen weiteren Fehler Schuldig gemacht. Entgegen der Ordensregeln hat sich de Rideforts von Saladins Truppen gefangen nehmen lassen. Er hat sich also ergeben. Dann tauschte er die Stadt Gaza gegen seine Freiheit, was ein weiterer Verstoß gegen die Ordensregeln ist. Zwar versucht er mit der Belagerung von Akkon einige Monate später das verlorene Renome wieder zu erlangen, wird jedoch wieder gefangen genommen und diesmal gleich geköpft von Saladins Leuten.

Den Kreuzfahrerstaaten bleiben nur wenige Städte und Burgen wie Crac de Chevaliers, Castell Blanc, Margat, Tyros und Tripolis.

Der Fall Jerusalems ruft in Europa Empörung und Wut hervor. Es wird ein neuer Kreuzzug geplant, der inzwischen dritte und wird auch nicht der letzte sein. Am Ende des dritten Kreuzzuges steht die Rückeroberung von Akkon 1191, was anstelle von Jerusalem Hauptstadt des „Königreichs Jerusalem“ wird.

Jaffa: Mit Jaffa geht einer der wichtigsten Häfen im Königreich Jerusalem für die Kreuzritter und die Templer verloren

Die Kreuzritter und mit ihnen die Templer verlieren eine Schlacht nach der anderen gegen das von Saladin gegründete Herrschergeschlecht der Ayyubiden. Durch die Fehler von Gerard de Rideforts verlieren die Templer die Unterstützung des Adels in Europa. 1191 geht die Hafenstadt Jaffa verloren, in den 50er Jahren des 13. Jahrhunderts wird die Schlacht von al-Mansurah verloren, 1266 endet die Belagerung von Safad mit einem Fiasko für die Templer und 1291 geht auch noch Akkon verloren. Von den alten Kreuzritterstaaten bleiben nur das Königreich Zypern und das Königreich Kleinarmenien.

Nach dem Fall von Akkon ziehen sich die Templer zunächst auf die kleine, der syrischen Küste gegenüber von Tartus vorgelagerte, Insel Ruad zurück. Vorstöße Teile des Festlandes wieder zu erobern misslingen. 1303 geben die Templer Ruad auf und ziehen sich in das Königreich Zypern zurück.

Seit 1292 ist Jacques de Molay Großkomtur der Templer. Er reist durch Europa und propagiert einen weiteren Kreuzzug. Europa ist der verlorenen Kreuzzüge müde. Es gelingt Jacques de Molay Edward I. von England, Karl II. König von Neapel und Sizilien und Papst Bonifazius VIII., welcher gerade erst gewählt worden ist, auf seine Seite zu bringen. Der Pabst sagt den Templern zu, dass die Templer auch auf Zypern die selben Rechte genießen werden, wie im heiligen Land, obwohl der Orden der Templer ursprünglich zum Schutz für die Pilger zum heiligen Grab gegründet worden sind.