Sieben weitere Kreuzzüge ...

Jerusalem: Durch das Damaskustor zieht Saladdin in Jerusalem ein


Der Orden der Templer ist aus den Geschehnissen des ersten Kreuzzuges entstanden. 1099 erobern Christen während des ersten Kreuzzuges Jerusalem. Es wird das Königreich Jerusalem gegründet. In dieses Königreich Jerusalem pilgern immer mehr Europäer. Diese Pilger aus Mitteleuropa sind in den ehemaligen muslimischen Ländern nicht gern gesehen und sind ständigen Überfällen ausgesetzt. Die Überfälle sind durch Raub oder auch einfach nur Hass auf Christen motiviert.

Zum Schutz der Pilger wird 1119 der Orden der Templer gegründet. Er hat sich dem Schutz der Pilger verpflichtet. Dieser Templerorden ist etwas ganz Neues in der Zeit. Bisher waren Ordensanhänger friedfertige Mönche, die zurückgezogen in Klöstern lebten und auf gar keinen Fall Waffen tragen. Dies ist die erste Besonderheit der Templer. Templer leben nicht in Klöstern, sie nehmen aktiv am alltäglichen Leben Teil und tragen Waffen.

Während des zweiten Kreuzzuges von 1147 bis 1149 hat der Templerorden keine große Rolle gespielt. Bernhard von Clairvaux, der bedeutenste Fürsprecher der Templer in Mitteleuropa, hat an diesem Kreuzzug teilgenommen. Wegen taktischer Fehler ist der zweite Kreuzzug aus europäischer Sicht zum Fiasko geworden.

Eine Konsequenz aus dem zweiten Kreuzzug ist die Erstarkung Saladins, welcher das syrische und das ägyptische Reich vereint hat. 1187 erobert Saladin Jerusalem. In Jerusalem haben die Templer bis zu diesem Zeitpunkt ihr Hauptquartier gehabt.

Der Fall Jerusalem löst den dritten Kreuzzug aus. Die Mitteleuropäer treten zum dritten Kreuzzug mit Philipp II. von Frankreich, Richard (Löwenherz) I. von England und Friedrich (Barbarossa) I. von Deutschland an. Während des dritten Kreuzzuges wird 1191 Akkon erobert. Akkon wird sowohl Hauptstadt des Königreich Jerusalems als auch der neue Hauptsitz der Tempelritter. Das eigentliche Ziel die Eroberung des durch Saladin besetzten Jerusalems wird nicht erreicht.

Orthodoxe Kirche: Der vierte Kreuzzug verschlechterte das Verhältnis zwischen Katholiken und Orthodoxen.

Der vierte Kreuzzug hat zum Ziel, Ägypten zu erobern. Ergebnis dieses Kreuzzuges ist jedoch die Eroberung und Plünderung Konstantinopels, der byzantinischen Hauptstadt. Von diesem Schlag wird sich Konstantinopel nicht mehr erholen, das Reich verkleinert sich durch seldschukische und später osmanische Angriffe. Als Spätfolge des vierten Kreuzzuges fällt am 29. Mai 1458 Konstantinopel an die Osmanen. Dieser vierte Kreuzzug prägt das Verhältnis zwischen der katholischen und orthodoxen Kirche, die ihren Sitz in Konstantinopel hat, noch heute. Der Kreuzzug findet ohne bedeutende Beteiligung der Templer statt.

Auch der fünfte Kreuzzug findet nicht im heiligen Land statt. Die Kreuzfahrer versuchen zwischen 1217 und 1221 Ägypten zu erobern. Auch an diesem Kreuzzug sind die Tempelritter nur am Rande beteiligt.

Der sechste Kreuzzug verläuft anders als die Kreuzzüge zuvor. Friedrich II. handelt mit dem Ayyubiden Herrscher al-Kamil den Frieden von Jaffa aus. Er regelt die Übergabe von Betlehem, Nazaret, Lydda, Sidon, Taron und Jerusalem (außer dem Tempelberg) an die Kreuzfahrer. Friedrich II. krönt sich 1229 zum König von Jerusalem. Bei diesem Kreuzzug, der ohne Kampfhandlungen erfolgt ist, sind die Templer Friedrich II. eine große Stütze. Zwar kennt Kaiser Friedrich II. die arabische Mentalität durch seine Heimat Sizilien, benötigt aber trotzdem die Templer als Unterhändler, die die örtlichen Begebenheiten und Gewohnheiten kennen. Der Friede von Jaffa hält nicht lange. Bereits 1244 erobert der Nachfolger von al-Kamil, al-Adil II., Jerusalem für das Ayyubidenreich zurück. Erneut verlegen die Templer ihren Hauptsitz nach Akkon.

Der siebte Kreuzzug zwischen 1248 und 1250 ist für die Kreuzritter wieder ein Fiasko. Ludwig IX. von Frankreich zieht mit seinem Heer gegen Ägypten. Zunächst erobert er die Stadt Damiette in Ägypten, kann sich aber nicht entschließen, weiter in das Landesinnere vorzudringen. Ludwig IX. versucht nach dem Tod des Sultans as-Sahli die lage zu nutzen und rückt in das Landesinnere ein. Dort wird er von der Mamlukengarde des neuen Sultans Turan Schah festgesetzt. Gegen Lösegeld und die Übergabe der Stadt Damiette erreicht Ludwig IX. die Ausreise aus Ägypten für sich und sein Heer. Bei diesem Kreuzzug, der sich ausschließlich im Norden Ägyptens stattfindet nehmen die Templer keine bedeutende Rolle ein.

Der achte und letzte Kreuzzug richtet sich zunächst gegen den Sultan von Tunis. Der Kreuzzug wird wieder von Ludwig IX. geführt. Während dieses Kreuzzuges stirbt Ludwig IX. und sein Sohn wird als Philipp III. der König von Frankreich und somit auch Führer des Kreuzritterheeres. Da Philipp III. zu diesem Zeitpunkt erst 25 Jahre alt ist, ist er lediglich eine Marionette seines Onkels Karl von Anjou. Karl von Anjou verbündet sich mit den Venezianern und den Templern und greift Hugo III. von Zypern an. 1277 wird Akkon wieder erobert und nun soll der Kreuzzug gegen Konstantinopel gerichtet werden. Nur der Aufstand der Sizilianer 1282, deren König Karl von Anjou ist, verhindert den Angriff auf Konstantinopel. So endet der letzte christliche Kreuzzug. Die Templer haben in der Zeit wieder ihr Hauptquartier in Akkon. 1291 ist Akkon die letzte Stadt der Kreuzfahrer im heiligen Land. Die Templer sind maßgeblich an der Verteidigung der Stadt beteiligt, müssen diese aber aufgeben. In diesem Kampf fällt am 18. Mai 1291 der drittletzte Großkomtur des Templerordens Guillaume de Beaujeu.