Woran erkennt man eine Templerkirche?

Dom zu Aachen: Nicht jede oktogonale Kirche ist eine Templerkirche. Der Dom zu Aachen ist bereits im Jahr 800 von Karl dem Großen erbaut worden, lange bevor es die Templer gab


Es ist weit verbreitet, das eine Templerkirche an der Form ihres Grundrisses erkennbar sein soll. So gelten alle Kirchen, die eine andere Form als viereckig haben als Templerkirchen. Dies wird oft mit der jüdischen Geheimlehre Kabbala in Verbindung gebracht.

Fakt ist, das die wenigsten Templerkirchen Vielecke oder Rundbauten sind. Achteckige Kirchen, wie die in Tomar, Portugal oder Rundkirchen, wie Temple in London die Ausnahme. Im gesamten damaligen französischen Reich hat es insgesamt nur eine Rundkirche gegeben. Dies ist der Temple von Paris gewesen, der wiederum eine Kopie des Londoner Temple darstellt. Andererseits ist die Kirche Vera Cruz in Segovia, Spanien eine oktogonale Kirche. Sie ist jedoch nicht von den Templern erbaut worden, sondern ihnen in der heutigen Form geschenkt worden.

Es ist nicht gesichert, ob die achteckigen und runden Kirchen das heilige Grab oder den Felsendom als Vorbild haben. Auch die Kirche des Heiligen Grabes ist eine Rundkirche, in der das ehemals achteckige heilige Grab als Kapelle ( Ädikula ) in der Kirche steht. Der Felsendom hat noch heute seien achteckige Form, in seinem inneren ist er jedoch ein Rundbau.

Es gibt drei verschiedene Arten von Templerkirchen. Zum einen sind da, die so genannte Zentralbauten, die in ihrer Grundform entweder rund oder polygonal sind.

Das zweite Beispiel einer Templerkirche ist die einschiffige Kirche mit halber Überkupplung. Als Kirchenschiff bezeichnet man den Teil zwischen dem Eingang und dem Hauptaltar. Eine einschiffige Kirche hat hier nur einen Raum. Es gibt des weiteren die dreischiffige Kirche. Bei einer dreischiffigen Kirche sind zur rechten und linken des Mittelschiffes, was wieder dem Raum zwischen Eingang und Altar entspricht, jeweils ein weiterer Raum über einen Großteil der Länge des Mittelschiffs vorhanden. Die Templerkirchen haben also einen Raum auf rechteckiger Grundfläche und ein Teil des Daches ist überkuppelt.

Die dritte, schlichteste und weit verbreitetste Form der Templerkirche ist die einschiffige Kirche mit einem Tonnengewölbe. Wieder gibt es in der Kirche nur einen Raum und das Dach ist gebogen. Ein Tonnengewölbe ist ein Halbkreis, der anstelle eines flachen oder spitzen Daches das Gebäude abschließt. Das Tonnengewölbe stammt aus der romanischen Zeit und ist der Grundstein für die Spitzbögen der Gotik. Ein Tonnengewölbe wird nicht durch Säulen oder Pfeiler gestützt.

Gemäß ihres Gelübtes, das die Armut vorschreibt, sind auch die Kirchen der Templer von außen eher schlicht. Sie sind nicht mit den späteren gotischen Kathedralen zu vergleichen, bei denen sehr viel Wert auch auf die Verzierung von außen gelegt wird. Auch sind die meisten Templerkirchen einfach nur viereckig.

Eine genaue Aussage aufgrund der äußeren Erscheinung einer Kirche, ist also mit Vorsicht zu machen. Das innere einer Kirche sagt wesentlich mehr aus über die Erbauer. In Kirchen, die dem oben genannten Schema der Einschiffigkeit entsprechen, lohnt sich ein Blick in das Innere. Sind hier an den Säulen, Pfeilern, Vertäfelungen oder an den Wänden die Symbole der Templer angebracht, kann davon ausgegangen werden, das es sich um eine Templerkirche handelt. Zu den Symbolen auf die geachtet werden muss, ist das Tatzenkreuz und alle Formen der Templersiegel.