Welche Templerkirchen gibt es?

Templerkirche: Metz ist die erste Komtur der Templer im heiligen Römischen Reich deutscher Nation


Eine Deutung an Hand des Namens der Kirche, beziehungsweise dem oder der heiligen, der sie geweiht ist, ist kein zuverlässiges Merkmal einer Templerkirche.

Eine durchgehende Weihung zu Ehren eines bestimmten Heiligen oder Heiligen gibt es nicht. Es gibt die unterschiedlichsten Templerkirchen. Die einzige Häufung findet sich bei den Kirchen, die der Jungfrau Maria geweiht sind. Die Jungfrau Maria ist die Schutzpatronin des Templerordens. Ein Beispiel ist die Templerkapelle in Wettin, Saale.

Bei jeder mittelalterlichen Marienkirche auf eine Templerkirche zu schließen, ist nicht hilfreich. Im Mittelalter ist der Marienkult sehr weit verbreitet. So tragen Kirchen, wie Notre Dame in Paris, Notre Dame in Chartres, Notre Dame in Reims, Notre Dame in Coutances, Notre Dame in Tournai / Belgien, das Münster Unserer Lieben Frau in Konstanz, das Liebfrauenmünster in Straßburg, der Havelberger Dom St. Marien, Marienkirche in Gelnhausen, der Hildesheimer Dom, und Liebfrauenkathedrale in Antwerpen den Namen der Jungfrau Maria. Keine dieser Kirchen hat direkt mit den Templern zu tun.

Wie auch die Templerkirche Vera Cruz in Segovia, Spanien gibt es zahlreiche andere Templerkirchen, die dem heiligen Kreuz geweiht sind. Nach den Kirchen zu Ehren der Jungfrau Maria, stellen die Heilig Kreuzkirchen die größte Gruppe dar. Aber auch hier kann nicht davon ausgegangen werden, das alle Heilig Kreuz Kirchen ihren Ursprung bei den Templern haben. In der heutigen Zeit, in der nicht mehr alle Templerkirchen erhalten sind, lassen sich jedoch anhand von Ortsnamen Rückschlüsse auf die Templer ziehen. Als Beispiel ist hier Metz zu nennen. In Metz gibt es einen Platz des Heiligen Kreuzes. Dieser Platz stellt mit 189 m die höchste Erhebung der Stadt Metz dar. Heute steht an diesem Platz ein Hospiz. Metz ist als die erste Komtur der Templer beurkundet. An dem Heiligkreuzplatz hat ursprünglich bis in das 14.Jahrhundert eine Templerkirche gestanden.

Was bei den Templerkirchen sehr auffällig ist, das sie sehr häufig lokalen Heiligen geweiht sind. Im Mittelalter hat es Heilige gegeben, denen häufiger Kirchen gewidmet worden sind. Zum Beispiel gibt es sehr viele Kirchen des heiligen Georg, des Apostel Paulus, des Apostel Petrus, Johannes des Täufers und des heiligen Martin. Von den vorgenannten Heiligen gibt es keine bis kaum Templerkirchen. So gibt es zum Beispiel in Tschechien Templerkirchen, die Sveti Vavrinec und Hrad Vsetin geweiht sind. In Italien treiben es die Templer auf die Spitze. In Perugia, Umbrien bauen die Templer eine Kirche, die San Bevignate geweiht ist. San Bevignate ist ein Eremit, der von der Bevölkerung Perugias verehrt wird. Der einzige Schönheitsfehler ist, das der Eremit Bevignate bis heute nie heilig gesprochen worden ist.