Das Tatzenkreuz

Tatzenkreuz in Aachen: Das Tatzenkreuz der Templer findet man häufig in und an mittelalterlichen Gebäuden


Ursprünglich ist das Tatzenkreuz das Symbol aller christlichen Kreuzfahrer. Da der Templerorden am ersten Kreuzzug nicht teilgenommen hat, dürfen die Templer auch nicht da Tatzenkreuz tragen. Die Templer haben nicht am ersten Kreuzzug teilnehmen können, da dieser 1099 mit der Eroberung Jerusalems geendet ist, der Templerorden jedoch erst 1119 in Jerusalem gegründet worden ist.

An dieser Stelle tritt Bernhard von Clairvaux wieder einmal für die Templer ein. Er setzt im Jahr 1147 bei Papst Eugen III. durch, das die Templer das rote Tatzenkreuz ständig auf ihrem weißen Mantel tragen dürfen. Bernhard von Clairvaux begründet es damit, dass sich der Templerorden immer im Kreuzzug gegen die Ungläubigen befindet. So ist das rote Tatzenkreuz noch heute ein Symbol der Templer.

Wenn es genau betrachtet gibt es aber nicht das eine Tatzenkreuz, welches die Templer verwendet haben. In unterschiedlichen Epochen sind unterschiedliche Tatzenkreuze getragen worden. Eine genaue zeitliche Abgrenzung ist nicht möglich. Immer wieder findet man zeitgenössische Zeichnungen von Tempelrittern, die jeweils andere Tatzenkreuze tragen, als man sie aus der Zeit kennt beziehungsweise gewohnt ist.

Allen Varianten von Tatzenkreuzen ist gemein, das von einem Zentrum vier Balken in die jeweiligen Himmelsrichtungen fliehen. Die Enden der Balken sind jeweils breiter, als der Beginn des Balkens in der Mitte. Die Tatzenkreuze unterscheiden sich hier in der Art und Weise, wie die Balken breiter werden.

Die einfache Variante ist, das der Balken in gerader Strecke breiter werden. Die Linien, die den Balken am Ende begrenzen sind flach. Hier sieht es so aus, als sei zwischen den Balken ein spitzes Dreieck. Eine leichte Abwandlung dieses geraden Tatzenkreuzes ist, das die Strecken, welche aus dem Zentrum kommen, geschwungen sind. Hier sieht es aus, als seien Elypsen zwischen den Balken. Bei dieser Variante gibt es die Version, das die Linien, welche den Balken am Ende begrenzen gerade oder auch geschwungen sind.

Es gibt auch eine Mischversion zwischen den beiden Varianten. Der Balken flieht aus dem Zentrum zunächst gerade, um zum Ende hin sich zu wölben.

Tatzenkreuz in Bamberg: Mit eines der Erkennungsmerkmale des Templerkreuzes ist die rote Farbe. Bei diesem Tatzenkreuz handelt es sich um ein Tatzenkreuz des Deutschen Ordens

Das Tatzenkreuz, welches auch als Cross Pattee, Cross Formy und Cross Patty bekannt ist, wird noch heute in verschiedenen Abwandlungen genutzt. Der Malteserorden, der aus dem Johanniterorden hervor gegangen ist und von Papst Clemens V. 1312 alle Besitzungen der Templer übertragen bekommen hat, nutzt auch ein Tatzenkreuz. Dieses spezielle Tatzenkreuz wird Malteserkreuz genannt und ist eine Abwandlung der ersten Variante mit den geraden Linien. Das Malteserkreuz unterscheidet sich von einem normalen Tatzenkreuz durch die Einkerbung an den Enden. In den Balken fehlen quasi nochmal jeweils ein Dreieck.

Wie auch der Malteserorden trägt der Deutsche Orden ein Tatzenkreuz als sein Symbol. Das Tatzenkreuz des Deutschen Ordens ist schwarz auf weißen Grund und ist die Variante des Tatzenkreuzes, welches geschwungene Balken aber eine gerade Endlinie hat. Der Deutsche Orden gehört mit dem Templerorden und dem Johanniterorden zu den Kreuzfahrerorden, die im heiligen Land gegründet worden sind. Der Deutsche Orden existiert auch heute noch. Der Großmeister des Ordens sitzt in Wien.

In Anlehnung an den Deutschen Orden hat König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1813 zum ersten Mal den Orden des „Eisernen Kreuzes“ verliehen. Das Eiserne Kreuz ist ein Tatzenkreuz, welches gleich dem Tatzenkreuz des Deutschen Ordens ist. Das Eiserne Kreuz ist bis 1945 als Kriegsorden verliehen worden.

Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen und Carl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen führen 1841 den königlichen Hausorden von Hohenzollern ein. Dieser Orden, der in der Hierarchie über dem Eisernen Kreuz steht ist ein Tatzenkreuz mit geschwungen Balken. Auch die Begrenzung der Balken ist geschwungen.

Die höchste Auszeichnung sowohl für Zivilisten als auch für Militärs in Preußen ist der Orden Pour le Merite. Der Orden Pour le Merite besteht aus einem Malteserkreuz, welches jedoch blau ist. Der Orden wird auch noch heute verliehen, hat jedoch keine militärische Bedeutung mehr. Es werden verdiente Wissenschaftler mit dem so genannten „Blauen Max“ ausgezeichnet.

Auch in Frankreich ist das Tatzenkreuz als Kriegsorden zwischen 1915 und 1945 verliehen worden. Bei dem Croix de Guerre handelt es sich um ein Tatzenkreuz mit geraden Balken und zwei Schwertern, die sich hinter dem Kreuz diagonal überschneiden.

Heute wird ein stilisiertes Tatzenkreuz von der Bundeswehr als Hoheitszeichen genutzt.